Pädagogisches Konzept

Unser Bild vom Kind

Das Kind steht mit seiner individuellen Lebenssituation im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit.

Jedes Kind bringt eigene Erfahrungen und Gewohnheiten mit, hat seine individuelle, kulturelle und soziale Lebensgeschichte und seine persönliche Entwicklung.

Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen bereichern und erweitern den eigenen Horizont. Sie kommen aus unterschiedlichen Familienstrukturen und haben verschiedene Gewohnheiten und Werte.

Durch eine geschlechtsbewusste Erziehung wird die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen betont. Ebenso wichtig ist es, die Kinder angemessen bei der Entwicklung ihrer individuellen Geschlechtsidentität zu unterstützen. Auch die Altersmischung bietet den Kindern ein vielfältiges Lern- und Erfahrungsfeld. Wir unterstützen und begleiten die Entwicklung und Entfaltung kindlicher Selbstbildungsprozesse von Anfang an.

Wir ermöglichen dem Kind und seinen Eltern schrittweise die Einrichtung, die Kinder und uns kennen zu lernen.

Die Eingewöhnungsphase verläuft bei jedem Kind anders, deshalb sprechen wir Art und Dauer für jedes Kind individuell mit den Eltern ab. Das Kind verlässt nun regelmäßig für einen Teil des Tages seine vertraute Umgebung, sein Zuhause.

Damit stehen viele Kinder zum ersten Mal vor der Aufgabe, sich in eine größere Gruppe einzuleben. Es gibt viel Neues zu erleben und zu lernen, z.B.:

  • sich mit neuen Situationen auseinander zu setzen
  • mit anderen Kindern zu teilen
  • eigene Gefühle und die von anderen wahrzunehmen und zu respektieren
  • Freundschaften zu schließen
  • Absprachen einzuhalten, Rücksicht zu nehmen
  • neue Bezugsperson kennenlernen und sich auf sie einlassen

Der Aufbau von Vertrauen, die Vermittlung von Sicherheit, sowie die verständnisvolle Begleitung von Lernprozessen in Lebens- und Erfahrungsräumen sind dabei die Basis unserer pädagogischen Arbeit.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, Kindern Bildungsräume zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, sich wohl zu fühlen, neugierig zu sein, sich selbst zu „bilden“.

Der pädagogische Ansatz

Bildung ist ein breit angelegter, innerer Verarbeitungsprozess, an dem u.a. Sinnesorgane, Körper, Gefühle, Denken und Merkfähigkeit beteiligt sind.

Die erfahrungsorientierte Erziehung auf der Grundlage des situationsorientierten Ansatzes ist uns wichtig. Das bedeutet, dass sich die pädagogische Arbeit an den Bedürfnissen der Kinder orientiert und nach aktuellen Themen bzw. Phasen richtet. Er bietet die Möglichkeit, soziales, emotionales und kognitives Lernen zu verbinden. Das Kind braucht völlige Freiheit in der Wahrnehmung und bei der Gestaltung und Darstellung. Es braucht aber ebenso unsere Begleitung und Hilfe, um seine Wahrnehmungen zu verarbeiten. Damit schaffen wir die Voraussetzung für:

  • die bewusste Förderung aller Sinne
  • die geistige Entwicklung des Kindes
  • das Lernen in Erfahrungszusammenhängen
  • die Entfaltung seiner Identität.

Die Vielfältigkeit der erforschenden Haltung verwandelt sich in einen Reichtum des Bewusstseins, des begrifflichen Vorstellungsvermögens, der Fantasie und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Die Prozesse der Wahrnehmung, Aneignung und Gestaltung stehen im Vordergrund unserer täglichen pädagogischen Arbeit.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo – es ist uns wichtig, dass das Kind auf seinem eigenen Entwicklungsweg Erfahrungen sammelt und die Welt entdeckt.

Wir fördern Fantasie und Ausdrucksmöglichkeit der Kinder. Dazu gehören z. B.:

  • sich selbst im Spiel erfahren (Rollenspiel)
  • singen und musizieren
  • verkleiden
  • klettern, vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten
  • bauen
  • kreatives Gestalten

Wir ermöglichen dem Kind im Zusammenleben mit anderen vielfältige soziale Kontakte knüpfen zu können und helfen ihm, mit eigenen Bedürfnissen und Bedürfnissen anderer, Verhaltensweisen und Gefühlen umzugehen. Dazu gehören z. B.:

  • altersgemischte Gruppen
  • Streit positiv und verbal zu führen, Traurigkeit und Zorn zu verarbeiten
  • Kompromisse zu schließen
  • zuhören, abwarten und sich mit Argumenten durchsetzen lernen
  • Kinder mit unterschiedlichen Lebensbedingungen zu akzeptieren

Wir bieten den Kindern Raum und Zeit, sich zusätzliche Erfahrungsräume zu erschließen, damit sie sich in ihrer realen Umwelt zurechtfinden. Dazu gehören:

  • Gruppenerfahrungen machen
  • lernen, mit Regeln umzugehen
  • Ängste wahrnehmen und abbauen
  • Konflikte selbständig bewältigen
  • auf andere Rücksicht nehmen

Wir schaffen ein Klima und eine Atmosphäre, unterstützen Neugierde und Eigeninitiative, Freude am Entdecken, Experimentieren und Forschen. Dazu gehören z. B.:

  • Auseinandersetzung mit vielfältigen Materialen
  • entdecken, dass Dinge veränderbar sind
  • entdecken, dass sich Dinge gegenseitig beeinflussen können